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Breipohls Hof und Evangelische Bildungsstätte – Der diakonischen Identität auf der Spur

Bereits vor dem Einzug haben sich deshalb 10 Mitarbeitende in einer Arbeitsgruppe mit der Frage beschäftigt, ... was unsere Diakonische Identität in einer modernen, stadtteilorientierten Pflegeeinrichtung ausmacht und woran diese für Mitarbeitende, Bewohner und Angehörige erkennbar wird.

Dabei stellte sich schnell heraus, dass diakonische Identität gar nichts Abstraktes ist, sondern wir diese längst gestaltet haben und weiter gestalten wollen.

Rituale

So gibt es bei Geburtstagen das Ritual, dass den Bewohnern von fast allen im Hause befindlichen Mitarbeitenden und einigen Bewohnern beim Frühstück oder Mittagessen ein Geburtstagslied gesungen wird. Auch die Gestaltung von Abschieden gehört für uns zu unserem christlich-diakonischen Profil. So zünden wir, wenn ein Bewohner verstorben ist, eine Kerze im Eingangsbereich an und der Name, Geburts- und Sterbedatum des Verstorbenen sowie ein jahreszeitliches Bild und ein besinnlicher Kurztext werden in einem aufgeschlagenen Buch ausgelegt. Für jeden Bewohner, der innerhalb der Einrichtung verstirbt, gestalten wir eine Aussegnung im Zimmer, an der neben Mitarbeitenden auch Angehörige und Mitbewohner teilnehmen. Am Ende des Kirchenjahres gestalten wir eine Erinnerungsfeier mit Angehörigen zum Gedenken an die im Laufe des letzten Jahres verstorbenen Bewohner.

Gemeinschaft

Für die Mahlzeiten war es uns wichtig eine Kultur der empfundenen Gemeinschaft zu entwickeln: So wird vor den Mahlzeiten in jedem Essbereich von einem Bewohner oder einem Mitarbeitenden ein Glöckchen geläutet und anschließend ein Tischgebet gesprochen. Um Mitarbeitenden und Bewohnern, denen diese Form nicht so vertraut ist, eine Orientierungshilfe zu geben, hat der Sozialdienst gemeinsam mit den Bewohnern Tischgebete gesammelt, aufgeschrieben und diese in laminierter Form in einer kleinen gebastelten Schachtel auf jeden Tisch bereit gestellt.

Geistlicher Tag

Außerdem gilt der Donnerstag inzwischen im Breipohls Hof als „geistlicher Tag“. Dann wird entweder mit der evangelischen oder der katholischen Kirchengemeinde ein Gottesdienst im Breipohls Hof gefeiert oder die Andachtsgruppe der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth gestaltet ein Abendgebet in einfacher, für Bewohner gut verständlicher und vertrauter liturgischer Form.

Christliche Haltung

Wir wollten uns aber neben all diesen Formen auch noch einmal der Frage der „Diakonischen Haltung“ intensiver nähern. Deshalb haben wir gemeinsam mit der Evangelischen Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde eine Fortbildungsreihe für den Breipohls Hof entwickelt und durchgeführt. Ziel war es, ein Format zu entwickeln, das sich den Möglichkeiten der Altenhilfe anpasst und gleichzeitig sehr praxisbezogen einen Austausch über zentrale Themen diakonischer Identität ermöglicht.

Herausgekommen ist eine Reihe von fünf einstündigen Veranstaltungen, die sich auf ein Jahr verteilt und inhaltlich aufeinander aufgebaut haben. Wir widmeten uns  den Themen „diakonische Identität“, „Ethik“, „christliches Menschenbild“ und „Seelsorge“, die dann mit der Einheit „Bethel als diakonischer Träger“ zusammengebunden wurden. Zahlreiche Mitarbeitende nahmen an den Veranstaltungen teil, einige unterbrachen dafür sogar ihre freien Tage.

Wir setzten uns zunächst damit auseinander, was unsere eigene Vorstellung von diakonischer Identität ist und wo wir diese im Breipohls Hof erleben. In der zweiten Veranstaltung verdeutlichten wir uns, wo und wie wir an der Lösung ethischer Konflikte im beruflichen Alltag beteiligt sind und an welche Menschen wir uns bei nicht lösbaren Konflikten wenden können. In der Auseinandersetzung mit dem biblischen Menschenbild entdeckten wir, dass dieses sich weitestgehend mit unserem eigenen Menschenbild deckt. Wir machten uns bewusst, dass es eine zentrale Herausforderung  für diakonische Einrichtungen darstellt, dieses Menschenbild neben hohen fachlichen Anforderungen an die Mitarbeitenden auch durch die Leitenden bei der Führung von Mitarbeitenden erkennbar werden zu lassen. Wir sensibilisierten uns gegenseitig für seelsorgerliche Aspekte in Pflege und Betreuung und erfuhren Grundhaltungen der Seelsorge. Außerdem besprachen wir, dass auch wir als Mitarbeitende seelsorgerliche Begleitung in Anspruch nehmen dürfen. In der letzten Veranstaltung arbeiteten wir heraus, dass wir als Mitarbeitende neben den Klienten/Bewohnern und Patienten Zentralfiguren in der Umsetzung einer diakonischen Unternehmenskultur sind. Gleichzeitig setzten wir uns mit „Unternehmenspapieren“ auseinander, die unsere diakonische Haltung in der Arbeit unterstützen können und entwickelten, an welchen diakonischen Herausforderungen im Breipohls Hof weiter gearbeitet werden sollte.

Mit der diakonischen Identität geht es weiter!

Eine wichtige Erkenntnis aus der Veranstaltungsreihe ist, dass jeder einzelne Mitarbeitende die Diakonische Identität durch sein konkretes Handeln im Kontakt mit Bewohnern und Kollegen prägt und erlebbar macht. Es wurde uns bewusst, dass aus der diakonischen Haltung heraus ein wertschätzender, den Menschen respektierender Umgang eine wichtige Grundlage unseres Handelns ist, der für Bewohner und Mitarbeiter gleichermaßen gilt und bei der die Bewohner im Mittelpunkt stehen. Dies wollen wir in der weiteren Arbeit im Breipohls Hof verstärkt versuchen umzusetzen und zu einer spürbaren Kultur der Einrichtung machen. Wir werden die Ergebnisse der Fortbildung auch auf die sich daran gut anknüpfenden "Zutaten guter Zusammenarbeit" beziehen und diese weiterentwickeln.

Und vor allem wurden wir sensibilisiert für unsere eigene diakonische Haltung und möchten über diese im Gespräch bleiben. Es ist für uns wichtig, diese diakonische Haltung im Alltag erlebbar zu machen, da sie uns in unserer Arbeit stützt.

Und wir erleben diese Haltung neben unserem hohen Maß an Fachlichkeit ebenfalls als qualität-stiftenden Teil unserer professionellen Identität.

Birgit Michels-Rieß, Andrea Steinkühler (Breipohls Hof) und Niklas Kreppel (Ev. Bildungsstätte)

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